Breivik schrieb beim “Unabomber” Kaczynski ab


Berlin (dpa) – Der Attentäter von Oslo hat sich beim Verfassen seines mehr als 1500 Seiten langen Manifests unter anderem vom “Unabomber” Ted Kaczynski aus den USA inspirieren lassen.

Der geständige Anders Behring Breivik wird nach seiner Anhördung von Polizisten abtransportiert. Im wird vorgeworfen, für den Tod von mindestens 93 Menschen verantwortlich zu sein.Der geständige Anders Behring Breivik wird nach seiner Anhördung von Polizisten abtransportiert. Im wird vorgeworfen, für den Tod von mindestens 93 Menschen verantwortlich zu sein.

45 Der ehemalige Mathematikprofessor hatte in den 1990er Jahren mit einer Serie von Briefbombenanschlägen in seiner Heimat gegen den technologischen Fortschritt protestieren wollen. Die Ausführungen Kaczynskis kommen in leicht abgewandelter Form bei Breivik vor. Einige Textpassagen wurden sogar fast wortwörtlich übernommen.

Während sich der Technikfeind Kaczynski in seinem “Unabomber Manifesto” über Linke (wörtlich: “lefties”) ereiferte, wetterte Breivik in seinem im Internet veröffentlichten Mammut-Schriftstück gegen “kulturelle Marxisten”. Diese seien “eines der meisten verbreiteten Erscheinungsbilder der Verrücktheit unserer Welt”. Das hatte Kaczynski in seiner Version über Linke behauptet.
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Polizei will Namen von Attentatsopfern veröffentlichen


Oslo (dpa) – Die norwegische Polizei will heute die Namen der 76 Todesopfer bei den Anschlägen vom Freitag veröffentlichen.

Trauer vor dem Rathhaus in OsloTrauer vor dem Rathhaus in Oslo

68 von ihnen hatte der Attentäter bei einem Massaker auf der Insel Utøya getötet. Zuvor starben acht Menschen durch eine von dem Norweger platzierte Bombe im Osloer Regierungsviertel. Die große Mehrzahl der Toten sind Jugendliche, die an einem sozialdemokratischen Sommerlager teilgenommen hatten.

Am Montagabend nahmen mehrere hunderttausend Menschen zum Gedenken an die Toten an Trauerversammlungen teil. Allein in Oslo schätzt die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 200,000.
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Hacker-Gruppe Anonymous nimmt Attentäter ins Visier


Berlin (dpa) – Das Hacker-Kollektiv Anonymous attackiert das “Manifest” des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik.

Ausschnitt des Breivik-Videos im Internet: Das Hacker-Kollektiv Anonymous will die digitale Hinterlassenschaft des Attentäters von Oslo torperdierenAusschnitt des Breivik-Videos im Internet: Das Hacker-Kollektiv Anonymous will die digitale Hinterlassenschaft des Attentäters von Oslo torperdieren

Ein am Dienstag verbreiteter Aufruf zu einer “Operation UnManifest” fordert dazu auf, das Manifest mit dem Titel “2083 – A European Declaration of Independence” im Internet zu finden, drastisch zu verändern und dann weiterzuverbreiten. In der Menge der Fälschungen soll das ursprüngliche Dokument schließlich untergehen.

“Sorgt dafür, dass Anders ein Witz wird, dass niemand ihn mehr ernst nimmt”, erklärten die Verfasser. Die Gruppe variierte für den Aufruf die letzten beiden Zeilen ihres Mottos, so dass es nun dort heißt: “Wir alle verzeihen keinen Mord, wir alle vergessen nicht die Opfer.”

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Attentäter plädiert auf “nicht schuldig”


Oslo (dpa) – Ganz Norwegen will an diesem Montag der fast 100 Toten bei zwei Terroranschlägen mit einer Schweigeminute gedenken. Das kündigte Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Sonntag nach einem Gespräch mit König Harald V. in Oslo an.

viele trauernde in Oslo

 

Wie die Zeitung “Dagbladet” weiter in ihrer Online-Ausgabe berichtete, hat auch die Regierung im benachbarten Schweden die Bevölkerung zu der Schweigeminute um 12.00 Uhr aufgerufen.

Wenig später soll der geständige Attentäter Anders Behring Breivik in Oslo einem Haftrichter vorgeführt werden. Die norwegische Polizei will bei dem Termin den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen. Das sagte die zuständige Polizeijuristin Carol Sandby in der Online-Zeitung “VG Nett”.

Der von den Behörden als “christlicher Fundamentalist” eingestufte Mann richtete auf einer winzigen Ferieninsel nahe Oslo ein grauenhaftes Blutbad unter rund 700 jungen Leuten an. Er erschoss auf einem fröhlichen Jugendtreffen gegen Intoleranz und für ein friedliches Miteinander mindestens 86 Teilnehmer oder trieb sie im Wasser in den Tod. “Jeder lief um sein Leben und hat versucht wegzuschwimmen”, sagte Camp-Organisator Adrian Pracon (21), der das Blutbad mit einer Schussverletzung überlebte.

Eine Stunde lang schoss der Attentäter mit einem Schnellfeuergewehr gezielt auf die Jugendlichen, die weder von der Insel Utøya fliehen noch auf schnelle Hilfe hoffen konnten. “Es sah aus, als habe er Spaß”, sagte Augenzeuge Magnus Stenseth (18). Viele versuchten, sich zu verstecken oder die 700 Meter bis zum rettenden Ufer durch das kalte Wasser zu schwimmen. (weiterlesen…)

Reaktionen aus Norwegen und der Welt


Mindestens 91 Menschen verloren bei einem Massaker in Norwegen ihr Leben. Der Täter, wohl ein Rechtsradikaler, hatte zunächst eine Bombe in Oslo gezündet und dann ein Sommercamp gestürmt.

Norwegens Minister Stoltenberg kannte einige Opfer persönlich.

Norwegens König Harald V. hat das Massker als “unfassbare Tragödie” bezeichnet. Der Regent sagte am Samstagmorgen in Oslo: “Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und einander stützen.” Die Gedanken würden jetzt an alle Betroffenen und ihre Angehörigen gehen.

“Nationale Tragödie”

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat die Anschläge mit mindestens 91 Toten als “nationale Tragödie” eingestuft. Am Samstagmorgen sagte der Regierungschef in Oslo weiter: “Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir in unserem Land keine schlimmere Katastrophe erlebt.” Die Tat sei “unbegreiflich”.

Stoltenberg bestätigte, dass er am heutigen Samstag eigentlich plangemäß das Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation hatte besuchen wollen.

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