Überlebende schildern Hinrichtungsszenen auf Ferieninsel

Bei seinen Todesschüssen auf der Insel Utøya ging der Täter offenbar extrem kaltblütig und systematisch vor. Laut Augenzeugen tötete der Mann am Boden liegende Personen mit gezielten Schüssen. Inzwischen fahndet die Polizei nach einem möglichen zweiten Täter. Eine Person wurde festgenommen.

Überlebende des Massakers werden per Bus nach Hause gebrachtÜberlebende des Massakers werden per Bus nach Hause gebracht

Es sind dramatische Szenen, die die Überlebenden des Attentats auf das Ferienlager auf der norwegischen Insel Utøya schildern – und sie dokumentieren die Kaltblütigkeit, mit der der mutmaßliche Täter vorgegangen sein soll. Zeugen der Schießerei berichten der Nachrichtenagentur AP, der Mann habe am Boden liegende Personen mit gezielten Schüssen getötet.

„Manche Leute haben so getan, als wären sie tot“, schildert ein 21-Jähriger. Dazu hätten sie sich zwischen die anderen leblosen Körper gelegt. Doch dann sei der Täter gekommen und habe ihnen in den Kopf geschossen. Dabei soll er ein Gewehr verwendet haben. „Ich habe viele Freunde verloren“, so der junge Mann. Von den Behörden ist diese Darstellungen noch nicht bestätigt.

Bei dem Angriff auf das Zeltlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei AUF starben am späten Freitagnachmittag mindestens 85 Menschen, sieben weitere Personen kamen bei einem Bombenanschlag in der Hauptstadt Oslo ums Leben.

Ein weiterer Augenzeuge schilderte dem US-Sender CNN seinen Überlebenskampf während der dramatischen Minuten auf der kleinen Insel rund 40 Kilometer westlich von Oslo.

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Überlebende: Massaker dauerte fast eine Stunde

Oslo (dpa) – Der mutmaßlich norwegische Attentäter hat nach Augenzeugenberichten mehr als 45 Minuten auf Jugendliche im Ferienlager auf der Insel Utøya geschossen.

Der norwegische Attentäter soll während seines Anschlags gejubelt haben

Das berichtete die 22- jährige Nicoline Bjerge Schie am Samstag in der Online-Ausgabe der Zeitung „Dagbladet“. „Die Schüsse kamen mit etwa zehn Sekunden Zwischenraum und über etwa eine Dreiviertelstunde.“

Die junge Frau hatte sich selbst mit Freunden hinter einem Felsen am Wasser versteckt. Über ihre Eindrücke berichtete sie: „Ich hab ihn nicht gesehen, aber gehört. Er schrie und jubelte und gab mehrere Siegesrufe von sich.“

In der Zeitung „Verdens Gang“ sagte der sozialdemokratische Jugendfunktionär Adrian Pracon, dass der Täter mehrfach schrie: „Ich bringe euch alle um. Alle müssen sterben.“ Er selbst habe nur überlebt, weil er sich tot gestellt hatte, berichtete der Norweger. „Er zielte mit der Pistole auf mich, aber er hat nicht abgedrückt.“

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